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Berliner Zoo: Wunderwerk der Landschaftsgestaltung

Autorenbild: Dr Julien DrouartDr Julien Drouart

Zoo de Berlin : une merveille d'aménagement paysagiste

Der Berliner Zoo ist der erste Tierpark in der deutschen Hauptstadt und der älteste des Landes. Mit seiner riesigen Fläche und Tausenden von Tieren aller Arten zieht er jedes Jahr mehrere Millionen Berliner und internationale Besucher an.


Ein Besuch im Berliner Zoo lohnt sich.


Als der König von Preußen in den 1820er Jahren die Pfaueninsel der Öffentlichkeit zugänglich machte, konnte er nicht ahnen, dass sie bald ihre Ruhe verlieren würde. Jede Woche besuchten damals mehrere hundert Menschen das kleine Inselparadies, das Königin Luise mit viel Sorgfalt hatte anlegen lassen. Es stimmt, dass die Eröffnung einer Flussverbindung diese immer größer werdenden Ströme erleichterte und aufrechterhielt.


Unter ihrem klassischen Äußeren war die Île aux Paons voll von exotischen Sehenswürdigkeiten. Nach dem Vorbild des Jardin des Plantes in Paris hatte Friedrich Wilhelm III. hier nach 1815 einen botanischen Park und eine Menagerie für seinen persönlichen Gebrauch errichten lassen. Die orientalistische Neigung des Monarchen hatte ihn dazu veranlasst, für die damalige Zeit fantastische Tiere anzuschaffen: Affen, Löwen, Lamas oder auch Kängurus. Als sie schließlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, war die Begeisterung sofort groß.


Um wieder Ruhe in sein Haus zu bringen, schenkte Friedrich Wilhelm IV, der neue König von Preußen, seine Menagerie dem zukünftigen Berliner Zoo, der 1844 eröffnet wurde. Das Unternehmen war ein echter Publikumserfolg und führte zu mehreren aufeinanderfolgenden Erweiterungen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Berliner Zoo vollständig zerstört und nach traditionellen und modernen Linien wieder aufgebaut. Damals wie heute bleibt er eine unumgängliche Attraktion, die man mit der Familie oder mit Freunden erleben kann.

La mise en scène incroyable au Zoo de Berlin.

Ein zauberhafter und intimer Zoo


Der Berliner Zoo ist ein Ort der Superlative. Seine riesige Fläche vermittelt das Gefühl, durch eine ganz eigene Welt zu wandern. Ein vollständiger Besuch ist sehr zeitaufwendig und vier Stunden sind das Minimum. Die prächtige Kulisse trägt ebenfalls zum Eintauchen in die Welt bei. Die sauberen, grünen Alleen bilden ein fast bewegliches Labyrinth mit manchmal kleinen, versteckten Gängen. Die Gebäude mit ihrer unterschiedlichen Architektur sind bezaubernd: eine Pagode für die Nashörner, ein asiatischer Tempel für die Pandas, eine Ranch für die Büffel und so viele andere Überraschungen. Alles klingt unecht, aber in dieser schönen Illusion gibt es ein angenehmes Gefühl von Abenteuer und Erkundung.


Die Anlage ist perfekt gestaltet: Sie ist schön, vielfältig und praktisch zugleich. Selbst in der Hochsaison für Touristen regulieren sich die Besucherströme, indem sie sich verteilen, und es ist nicht ungewöhnlich, einen ganzen Bereich des Berliner Zoos zu durchqueren, ohne auch nur einer einzigen Person zu begegnen. Das macht das Erlebnis umso angenehmer und lustvoller. Entsprechend erleichtert dies auch die Beobachtung der Tiere. Neben den Außengehegen gibt es auch bebaute Anlagen, in denen man Affen, Raubkatzen oder Vögel beobachten kann. Manchmal bedauert man den Mangel an Informationen über die Herkunft und das Verhalten der verschiedenen Arten. Die visuellen Eindrücke genügen jedoch für sich selbst.


Unterwegs haben die Besucher auch die Möglichkeit, einer Show am Seelöwenbecken, der Fütterung der Affen oder der Raubkatzen beizuwohnen. Ein Abstecher in den kleinen Tierpark wird die Jüngsten glücklich machen, die sich dann den Tieren auf dem Bauernhof nähern und sie, warum nicht, füttern können. Für die kleinen Pausen zwischendurch gibt es im Zoo zahlreiche gastronomische Einrichtungen, Entspannungsmöglichkeiten und ausgezeichnete Spielplätze für Kinder.

Le petit zoo des animaux de la ferme pour les enfants.

Ein wirtschaftlicher und sozialer Erfolg


Im Berliner Zoo gibt es eine regelrechte Inszenierung des Glücks. Die bloße Beobachtung der Vielfalt des Tierreichs würde nicht ausreichen, denn es geht auch um wirtschaftliche Aspekte. Der sympathische Rahmen fördert eben einen unverkrampften Konsum. Der Berliner Zoo ist ein integraler Bestandteil der Freizeitindustrie und das Erlebnis als solches zählt vielleicht mehr als die Entdeckung exotischer oder anderer Tiere.


Die Professionalisierung hat dem Zoo die Chance gegeben, nach dem Vorbild großer Vergnügungsparks sowohl ästhetische als auch praktische Spitzenleistungen zu erbringen. Noch besser: Die Landschaftskünstler haben es verstanden, die Anlage in eine einzigartige und wunderbare Welt zu verwandeln. Zugegeben, die Eintrittskarte ist recht teuer und die Qualität der Verpflegung lässt zu wünschen übrig. Die Innenpolitik des Zoos bleibt jedoch versöhnlich und demokratisch, sodass die Besucher ihr Essen mitbringen und vor Ort picknicken können.


Die Berliner zeigen eine große Zuneigung zu ihrem Zoo. Der Tod des in Berlin geborenen Eisbären Knut, der ein beliebtes Maskottchen war, im Jahr 2011 hat die Bevölkerung tief getroffen. Das ist kein Einzelfall: In den 1930er Jahren hatten die Berliner ein Auge auf den Gorilla Bobby geworfen, dessen Konterfei nun auf dem Logo des Zoos zu sehen ist. Bobby und Knut werden durch die Präsenz von zwei Statuen in den Wegen des Parks geehrt. Es geht um die Problematik der Weitergabe. Der Berliner Zoo ist nicht nur eine Erfolgsgeschichte, was seine Realisierung angeht, sondern auch ein wichtiger Teil des Erbes der Hauptstadt.

Un cadre enchanteur pendant l'hiver au Zoo de Berlin.

Gefällt mir

  • Eine saubere, charmante und freundliche Einrichtung

  • Die hervorragende Ausstattung des Zoos

  • Das Tierreich in seiner ganzen Vielfalt

Gefällt mir nicht

  • Ein geschmackloses gastronomisches Angebot

  • Ein zu hoher Eintrittspreis

  • Eine manchmal zu lange Besuchszeit

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