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  • AutorenbildDr Julien Drouart

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park: Rückkehr in die Vergangenheit

Aktualisiert: 24. Juni 2023



Das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park ist eine der größten Gedenkstätten in Berlin. Obwohl es stark von Ideologie geprägt ist, ist es dennoch ein sehr angenehmes Naturgebiet.


Das Denkmal ist einen Besuch wert. Es ist auch ein persönlicher Lieblingsort


Die letzte große Schlacht des Zweiten Weltkriegs fand im zerstörten Berlin statt. Schon in den Jahren 1941-43 schien der Zusammenbruch des Dritten Reiches unausweichlich, dennoch setzte es den Konflikt bis zum völligen Zusammenbruch fort und hielt dabei fast 80 % seiner Anstrengungen und seiner Einheiten an der Ostfront.


Die Sowjets eroberten die Hauptstadt um den Preis eines Pyrrhussieges und verloren dabei fast 100.000 Kämpfer. Die Toten wurden nicht in die UdSSR repatriiert, sondern in Berlin begraben. Es wurden drei Reihengräber angelegt: in der Nähe des Tiergartens, in Pankow und in Treptow. Letzteres war das bemerkenswerteste, mit gigantischen Perspektiven im heroischen Stil der Sowjetunion. Das Ziel war es, nicht nur eine Begräbnisstätte und eine Ehrung für die gefallenen Soldaten zu bieten, sondern auch den Triumph über den Hitlerfaschismus zu feiern.


Die 1949 eingeweihte Gedenkstätte wurde zu einem Ort des Gedenkens, der über die Erinnerung an den Krieg hinaus zu einem Symbol der brüderlichen Annäherung zwischen den Völkern der Sowjetunion und dem deutschen Volk oder zumindest den Ostdeutschen wurde. Der Ort erlebte im Januar 1990 bei einer Demonstration gegen den Faschismus und für die Freundschaft mit der UdSSR einen der letzten Höhepunkte der DDR. Heute ist er im Besitz der Russischen Föderation.


Eine monumentale Wiederentdeckung der sowjetischen Vergangenheit


An der Seite der Puschkinallee, mitten im Wald, begrüßt ein Triumphbogen mit den sowjetischen Symbolen - Hammer und Sichel gekreuzt über einem Stern - die Besucher. Er öffnet sich zu einer schön gepflegten Waldallee, an deren Ende eine große Skulptur eine kniende Frau darstellt: das dankbare Mutterland.


Plötzlich taucht davor ein gigantisches, grandioses und kolossales Ensemble auf. Stilisierte rote Granitbanner werden herabgelassen, an deren Seiten Statuen von zwei sowjetischen Soldaten stehen, die ebenfalls knien, eine Art Wächter des Tempels. Eine riesige Allee wird von Sarkophagen flankiert, auf denen glorreiche Reliefs den Großen Vaterländischen Krieg feiern. Eine noch gewaltigere Statue komplettiert das Ensemble, nämlich die des kämpfenden Helden. Es stellt einen jungen Offizier dar, der ein Kind, die Zukunft der Welt, trägt und in der anderen Hand ein Schwert hält. Er tritt auf ein zerbrochenes Hakenkreuz.


Das Ganze ist sehr beeindruckend und obwohl die imposante und heroische Architektur jede Vermutung über die Natur des Ortes verbietet, ist sie doch visuell beeindruckend. Das Ehrenmal ist auch ein Park.


Ein Ort des Gedenkens, aber auch der Begegnung


Es ist schwierig, die politischen Symbole zu ignorieren, die niemanden über den Hauptzweck des Ehrenmals - nämlich die Verherrlichung des siegreichen Soldaten und des Sowjetregimes - täuschen. Die Architektur ist nicht neutral und es kann keine Zweideutigkeit geben. Es ist jedoch wichtig, sich nicht auf ideologische Überlegungen zu beschränken und das Ganze als das zu sehen, was es ist.


Das Ehrenmal beeindruckt mehr als dass es aufklärt. Die sowjetischen Codes sind offensichtlich, aber der Rahmen der Hommage wird sehr schnell überschritten. Tatsächlich ist der Ort ein sehr angenehmer Park, der allen zur Entspannung und Kontemplation offen steht. Besser noch, es ist ein Raum, in dem der Besucher buchstäblich in die Entdeckung einer vergangenen Zeit eintaucht, ein Spaziergang in einer alten Zeit, in der alle Codes noch sichtbar sind. Daher ist ein Besuch ein Muss für Historiker und Fotografen auf der Suche nach einer Rückkehr in die Vergangenheit.


Es spricht nichts dagegen, sich dort auszuruhen, um den Sonnenuntergang zu beobachten. In diesem Fall sollten Sie, wie bei einem Waldspaziergang, einen sonnigen, sommerlichen Tag für den Besuch des Ehrenmals wählen.

Gefällt mir

  • Eine absolut faszinierende heroische Architektur

  • Atemberaubende Aussichten durch Monumentalismus

  • Ein Ort für Spaziergänge, Begegnungen und Geschichte

Gefällt mir nicht

  • Ein eher subjektives Interesse, das von den Motivationen der einzelnen Personen abhängt

  • Fehlendes ideologisches Gegengewicht oder ein kritischer Diskurs

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