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  • AutorenbildDr Julien Drouart

Ernst-Thälmann-Denkmal: Ein Relikt der DDR

Aktualisiert: 23. Juni 2023


Das Denkmal für Ernst Thaelmann steht am Tor zum gentrifizierten Berlin.

Mit dem Ernst-Thälmann-Denkmal ehrt die ehemalige DDR eines der führenden Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands. Vernachlässigt und umstritten, bleibt seine Zukunft mehr als ungewiss.


Ein Besuch des Denkmals für Ernst Thälmann ist optional


Rund 25 Jahre sind seit den Ereignissen im Juni 1953 vergangen, und Ostdeutschland befindet sich in einer neuen Krise, diesmal weniger brutal, aber hartnäckig. Die Liberalisierung der Gesellschaft in den 1960er und 1970er Jahren wurde von einer Generation herbeigeführt, die die großen politischen Kämpfe oder gar den Krieg nicht erlebt hatte. Diese Kinder der DDR forderten mit ihren neuen Ambitionen die Existenzberechtigung des Regimes heraus.


Eine Rückbesinnung auf die Wurzeln war notwendig: ein Versuch, die Fackel des Sozialismus neu zu entfachen und vielleicht auch eine Erinnerung daran, dass Ostdeutschland eine eigene Geschichte und eine eigene Zukunft hat. Auf jeden Fall behauptete sie, dass sie angesichts des westdeutschen Wirtschaftsriesen eine Existenzberechtigung habe.


Die Idee, dem ehemaligen Chef der Kommunistischen Partei Deutschlands, Ernst Thälmann, einem während des Krieges in einem Konzentrationslager ermordeten Stalinisten der Dritten Periode, ein Denkmal zu widmen, wurde schnell angenommen. In den frühen 1980er Jahren wurde der sowjetische Künstler Lew Kerbel, der für seine monumentalen und heroischen Skulpturen bekannt ist, beauftragt, ein Denkmal für den proletarischen Märtyrer und zur Verherrlichung des Regimes zu bauen.


Ein verlassenes Erbe


Einer breiten Allee folgend, kommt plötzlich ein riesiger Platz in Sicht, in dessen Nische das imposante Bauwerk steht. Das Denkmal stellt den Oberkörper des Helden-Märtyrers dar, die Geste der Zeit, nämlich die erhobene Faust, eine Symbolik, die durch den Stab des Banners unterstützt wird, den wir uns als rot vorstellen. Die "rote Front" zur Markierung des Granits unter der Bronzestatue.


Große beschädigte Scheinwerfer überblicken das Monument, das wenig oder gar nicht gewartet zu sein scheint, und die Konfiguration des Platzes suggeriert leicht den Pomp der Zeremonien vergangener Zeiten. Der Standort ist jetzt teilweise verlassen und das Denkmal ist teilweise mit Graffiti und anderen Tags bedeckt. Es gibt keine informativen Beilagen, keine sichtbaren historischen Daten.


Bei genauerem Hinsehen erkennt man hier und da die riesigen Plattenbauten, die alle noch aus DDR-Zeiten stammen. Das Ganze wirkt unwirklich, ein Symbol für eine zweistufige Wiedervereinigung und für eine Vergangenheit, die nicht vergeht.


Ideologisches und Identitätssymbol


Ein Besuch ist ein Muss für jeden, der die heroische und monumentale Atmosphäre erleben möchte, die die Architektur der ehemaligen Volksdemokratien charakterisierte. Sie ist aber auch ein Indikator für den Übergang zum Vergessen des ostdeutschen Erbes im neuen Deutschland. Obwohl seit 2014 unter Denkmalschutz, dümpelt das Denkmal vor sich hin. Ein Restaurierungsprojekt ist für 2020 geplant, aber das Thema bleibt vor allem hochpolitisch.


Es ist eine Reise in eine vergangene Ära und wahrscheinlich nicht mehr zeitgemäß in einem Arbeiterviertel, das am Rande der schönen gentrifizierten städtischen Ensembles liegt. Die Stätte erinnert an eine Epoche, die vorbei sein mag, aber im Laufe der Jahre ist sie zu einem Symbol für einige derjenigen geworden, die sich noch immer erinnern und Widerstand leisten wollen; Widerstand gegen die neue wirtschaftliche und soziale Ordnung eines Berlins, das für die Arbeiter immer weniger zugänglich ist. Offensichtlich wäre eine Besichtigung nicht notwendig, wegen der Nichtnutzung des Ortes und der möglichen Feindseligkeit der alten Bewohner.


Gefällt mir

  • Eines der wenigen verbliebenen kommunistischen Denkmäler in Berlin

  • Ein Denkmal, das mehr durch seine Symbolik als durch seine Ästhetik beeindruckt

Gefällt mir nicht

  • Etwas verloren in der Stadt

  • Eine gewisse Feindseligkeit gegenüber fremden Besuchern

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